Tagung: Bürgerschaftliches Engagement am Limes

Am 20. und 21.11.2017 veranstaltete der BHU (Bund Heimat und Umwelt in Deutschland) gemeinsam mit dem LVR (Landschaftsverband Rheinland) und dem Rheinischen Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege eine internationale Tagung im LVR-Landesmuseum in Bonn zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement am Limes“. Wir waren mit dabei! Es war eine spannden Tagung mit vielen Eindrücken, bei der wir uns mit anderen Initiativen austauschen und auch den ein oder anderen Kontakt herstellen konnten.

 

Die Kölner Oberbürgermeisterin zu Gast beim FHPD

Am Dienstag, den 26.09.2017 besuchte die Kölner Oberbürgermeisterin den FHPD. Anlass des Besuchs von Frau Reker war eine weitere Schenkung des FHPD an die Stadt Köln.

Mit rund 40 geladenen Gästen konnten wir Frau Reker gegen 16.00 Uhr am Osttor im Historischen Park Deutz begrüßen. Ein etwa 30-minütiger Rundgang, vorbei an den „Deutzer Bodenschätzen“, gab uns die Möglichkeit unserer Oberbürgermeisterin die Ziele und Aufgaben des FHPD und unsere Ideen und Vorstellungen von einem Historischen Park Deutz zu erläutern.

In den historischen Gewölbekellern der alten Abtei überreichten wir ihr dann einen Scheck in Höhe von 12.500,- € als Schenkung des FHPD an die Stadt Köln. Dieser Betrag ist zweckgebunden und soll zur dringend notwendigen Sanierung der östlichen Toranlage des Deutzer Kastells verwendet werden.

Nachdem nämlich zwischen den Fachleuten der Kölner Bodendenkmalpflege und den Aktiven des FHPD Einigkeit dahingehend erreicht werden konnte, dass für die Substanz des Osttores erheblicher Sanierungsbedarf besteht, konnten wir hier mit dem Römisch-Germanischen Museum ein gemeinsames Projekt ins Leben rufen. Dies um spätrömische Bausubstanz auch im rechtsrheinischen Köln zu erhalten und nicht zuletzt in Vorbereitung auf die zu erwartende Eintragung des Deutzer Kastells als wichtiger Teil des Niedergermanischen Limes in die Welterbeliste der UNESCO. Dieses Projekt wollen wir nun als “Die Paten des Osttores” auch finanziell unterstützen.

Mit dieser Schenkung hat der FHPD seit Übernahme der Patenschaften im Jahr 2013 dann übrigens rund 20.000,- € an Spendengeldern für die Arbeit am, um und für das Osttor aufbringen können, von denen beispielsweise auch die Beleuchtungsanlage des Osttores finanziert wurde.

Der FHPD wird auch weiterhin durch regelmäßige praktische Arbeiten im Bereich des Osttores zeigen, wie “Gelebte Patenschaft” aussehen kann. Dazu gehörte beispielsweise auch unser großer “Herbstputz” am 23.09.2017  im Historischen Park Deutz.

 

Impressionen vom Tag des offenen Denkmals 2017

Das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals lautete: „Macht und Pracht“.

„Was hat das mit dem Historischen Park Deutz zu tun?“, wird sich vielleicht der ein oder andere Leser fragen. Eine ganze Menge wie wir finden, denn die unterschiedlichen Funde vom spätrömischen Kastell Divitia, der erste Deutzer Pfarrkirche Alt St. Urban, über das mittelalterliche Kloster St. Heribert hin zu den preußischen Bahnanlagen zeugen durchaus von prachtvollen Bauten und eindrucksvollen Demonstrationen der Macht.

Davon konnten sich auch die zahlreichen Besucher bei unseren Führungen überzeugen, begaben sie sich doch gemeinsam mit uns auf eine Zeitreise zu den Zeugnissen verschiedenster Epochen.

Und danach gab es noch die Gelegenheit in unserem kleinen Antik-, Trödel- und Büchermarkt zugunsten der Sanierung des Osttores etwas zu stöbern oder sich mit den Vereinsmitgliedern auszutauschen.

 


Frühjahrsputz im Historischen Park

Am 29.04.2017 fanden sich etwa 70 Teilnehmer zum großen Frühjahrsputz im Historischen Park Deutz ein.

Wir konnten an diesem schönen Tag das Gelände rund um das ehemalige Benediktinerkloster St. Heribert von Müll und Unrat befreien und eine ganze Menge Unkraut vom eingetragenen Bodendenkmal Kastell Divitia entfernen.  Außerdem wurde eine gute Wagenladung Blumen in die Beete rund um das Osttor und weitere geeignete Stellen gepflanzt. Ein rundum gelungener Tag, der dank der Hilfe durch die Geo-Cacher, die einem CITO-Aufruf (Cache In Trash Out) gefolgt waren, besonders erfolgreich war.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal allen Helfern für Ihren Einsatz!

Im Anschluss nun noch ein paar Impressionen:

 

Ein Rückblick auf 5 Jahre FHPD

5-jahre-fhpdRückblick des Vorsitzenden Thomas-Georg Tremblau auf 5 Jahre Vereinsarbeit des FHPD anlässlich des Neujahrsempfangs am 20. Januar 2017.

Kölner Stadtgeschichte und Stadtarchäologie fanden in den vergangenen Jahrzenten vorwiegend im Linksrheinischen statt, im Kernbereich des römischen und des mittelalterlichen Köln.

Hier wurden und werden Millionen in die Hand genommen. So entsteht beispielsweise in der Altstadt die Archäologische Zone mit dem Jüdischen Museum, das Ubier-Monument wurde aufwendig modernisiert und präsentiert sich heute ausgesprochen ansprechend den Besuchern, das römische Hafentor wurde erhalten und wird in absehbarer Zeit als Teil des Römisch-Germanischen Museums zugänglich sein und das Baptisterium erscheint ebenfalls in neuem Glanz. Maßnahmen und Projekte die wir natürlich auf jeden Fall begrüßen!

Allerdings könnte man aus Deutzer Sicht annehmen, dass sich Kölner Stadtgeschichte nur im Linksrheinischen zwischen den Ringen und dem Rhein abspielt. Der Brückenschlag über den Rhein ist hier bisher noch nicht wirklich gelungen, obwohl es ein Brückenschlag war, auf den die mehr als 1700-jährige rechtsrheinische Geschichte gründet, ist Deutz doch -durch die Gründung des spätrömischen Kastells Divitia- der zweitälteste Teil der Kölner Innenstadt.

Die Stadt Köln hat in den letzten 6 Jahren für archäologische Untersuchungen, anlässlich der Neugestaltung des Deutzer Rheinufers, zwar Geld in die Hand genommen und es wurden dabei überraschend viele und ausgesprochen gut erhaltene Zeugen dieser 1700-jährigen Vergangenheit ans Tageslicht befördert, die übrigens selbst von Fachleuten als sensationell bezeichnet wurden und die in ihrer Wertigkeit der Archäologischen Zone in der Kölner Altstadt gleichgestellt werden können, aber leider ist davon in dem heute mittlerweile fertiggestellten Deutzer Rheinboulevard nur wenig und wenn dann auch nur in sehr reduzierter Weise zu finden. Das ist sicher nicht auf fehlendes Interesse oder mangelndes Geschichtsbewusstsein der Verantwortlichen zurückzuführen, viel mehr wohl auf die fehlende Bereitschaft hier weitere Gelder aus dem städtischen Haushalt zu investieren. Da halfen dann auch keine Hinweise darauf, dass dieses Areal des eingetragenen Bodendenkmals „Kastell Divitia“ aller Wahrscheinlichkeit nach schon in wenigen Jahren Bestandteil eines neuen UNESCO-Welterbes sein wird. Allerdings soll da in den nächsten 2 Jahren mit Zuschüssen des Landes NRW noch nachgebessert werden.

Als wir vor über 6 Jahren als Bürgerinitiative BID (aus der ja bekanntlich der FHPD hervorgegangen ist) begannen uns für rechtsrheinische Geschichte und Deutzer Archäologie einzusetzen mussten wir feststellen, dass hierzu in weiten Kreisen doch recht großer Informationsbedarf bestand.

Heute allerdings können wir sagen, dass

  • durch intensive Öffentlichkeitsarbeit der letzten Jahre und durch die vielen Angebote des FHPD Deutzer und somit Kölner Stadtgeschichte im Bewusstsein der Öffentlichkeit verstärkt präsent sind,
  • dass Führungen und Vorträge zu den Themen der Deutzer Geschichte angenommen werden und gefragt sind (so beispielsweise zu den Kastellfesten oder zum Tag des offenen Denkmals)
  • oder dass heute in Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung von einem Historischen Park Deutz nicht nur gesprochen wird, sondern seine Realisierung von vielen Seiten auch vorangetrieben wird,
  • dass Geschichte und Archäologie bei der Realisierung des Rheinboulevards über das ursprünglich Geplante hinaus Berücksichtigung gefunden haben,
  • sich der Bereich um das römische Osttor in den letzten Jahren durch die Aktivitäten des FHPD zu einer gepflegten kleinen Parkanlage mit dem Namen „Am Deutzer Kastell“ entwickelt hat und
  • dass Deutz durch die Deutzer Kastellfeste um ein nicht zu unterschätzendes Kultur-Event reicher geworden ist, das mittlerweile weit über die Kölner Stadtgrenzen hinaus Beachtung findet.

Das wird mittlerweile auch von unserer Stadtspitze anerkannt. So hat für unser diesjähriges Kastellfest die Oberbürgermeisterin die Schirmherrschaft übernommen.

Als einen weiteren Beitrag zur Realisierung des Historischen Park Deutz als Teil eines UNESCO-Welterbes sieht der FHPD nun das Projekt „Das Deutzer Kastell Divitia als Diorama“, das anlässlich des Neujahsempfangs der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.